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Adacor - Biz & Trends

So funktioniert Business Value Poker

In der agilen Softwareentwicklung stehen Product Owner regelmäßig vor der herausfordernden Frage: Was sollen unsere Entwickler als Nächstes umsetzen? Bei uns ist das genauso. Für die notwendige Entscheidung benötigt man in der Regel verschiedene Kennzahlen. Diese verdeutlichen, welchen Wertbeitrag ein Feature für das zu entwickelnde Produkt leistet – oder anders ausgedrückt: welchen „Business Value“ es hat. Um ein gemeinsames Verständnis und eine transparente Einschätzung dieses Wertes herbeizuführen, verfügen Unternehmen mit „Business Value Poker“ über eine spielerische Methode.

Bei Adacor nutzen wir diese Methode seit einigen Jahren. Wir haben sie erstmalig eingesetzt, um über den Geschäftswert einzelner Funktionen die nächsten Schritte der agilen Softwareentwicklung einschätzen und planen zu können. Die Pokerrunde war ein voller Erfolg. Seitdem ist das Business Value Poker ein bewährter Bestandteil unserer agilen Softwareentwicklung.

Business Value Poker

Stakeholder pokern um den Business Value

Der Product Owner moderiert die Pokerrunden, zu denen Stakeholder aus diversen Teams in regelmäßigen Abständen zusammenkommen. Bei Adacor sitzen Geschäftsführer, Teamleiter und -leiterinnen oder ihre Vertretungen am Spieltisch. Zu Beginn einer Runde stellt der Product Owner die zur Debatte stehende Funktionalität kurz vor und beantwortet Fragen. Nach kurzer Bedenkzeit geben die Teilnehmenden ihre Einschätzung zu dem Feature ab. Im Fokus steht die Beantwortung der Frage, welchen Beitrag es zum Business Value leisten kann. Für die Bewertung steht ein Business-Value-Kartenset mit acht Karten zur Verfügung. Die Karten symbolisieren Werte von 100 über 300 bis zu 3.000. Jeder Teilnehmende wählt die Karte, die der Einschätzung nach dem Business Value am ehesten entspricht und legt sie verdeckt vor sich auf den Tisch. Dann werden alle Karten umgedreht und die geschätzten Werte sichtbar. Wenn diese nah beieinander liegen, dann schreibt der Product Owner der Umsetzung des Features den entsprechenden Wert zu. Weichen sie voneinander ab, wird die Diskussion eröffnet. Dabei tragen zuerst die Teilnehmenden, deren Werte stark vom Durchschnitt abweichen, ihre Argumente vor.

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Diskussionsrunde funktioniert auf Augenhöhe

In der Diskussionsrunde stehen sich individuelle Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Eigenschaften gegenüber. Sie müssen ihr Anliegen vor der Gruppe behaupten und die anderen von ihrer Argumentation überzeugen. Diskussionsführende Personen haben es leichter, als weniger dominant auftretende Teilnehmende. Hierarchisierung und Position der vortragenden Person können Faktoren sein, welche die Gruppe unterbewusst beeinflussen. Um dem entgegenzuwirken gilt: Nicht die Person, die von ihrem Auftreten am dominantesten und lautesten ist, gibt die Richtung vor, sondern diejenige mit der besten Argumentation. Wichtig ist, dass der Mehrwert für das Unternehmen im Aushandlungsprozess im Fokus steht und unter dieser Prämisse alle gleich gehört werden.

Auf Basis des aktualisierten Wissens folgt eine neue Pokerrunde. Bei dieser liegen die Werte meist enger zusammen, sodass der Business Value zugeschrieben werden kann. Sofern alle Teilnehmenden einverstanden sind, bildet das Team einfachheitshalber aus allen Schätzungen einen Mittelwert. Dann beginnt der Ablauf erneut mit dem nächsten Feature.

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Fazit: Wertvolle Kennzahlen erleichtern die Entscheidung

Das Business Value Poker unterstützt und entlastet den Product Owner in der Priorisierung der Aufgaben. Steht der Geschäftswert eines Features fest, lässt sich dieser problemlos mit den anderen Kennzahlen ins Verhältnis setzen, um die Amortisation der Funktion zu bestimmen. Das sind zum Beispiel der geschätzte Aufwand, der erwartete Umsatz oder die voraussichtliche Kostenreduktion. Und nicht nur das: Die Praxis zeigt, dass die bei den Pokerrunden entstehende Diskussion unter den Stakeholdern wertvolle Informationen für alle Beteiligten liefert. Die verschiedenen Ansichten und Anforderungen werden deutlich. Alle Teams verfügen über das Wissen, in welche Richtung sich die Software weiterentwickeln wird. Damit erhöht sich die Transparenz in der Priorisierung: Allen Teilnehmenden ist klar, warum das Feature für das Unternehmen entsprechend wertvoll ist und priorisiert wird.

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