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Wie setzen Unternehmen die Digitalisierung erfolgreich um?

 

Digitaler Wandel meistern

Sprechen Wirtschaftsexperten von der digitalen Transformation schwanken die Aussagen zwischen Euphorie und Bedrohung. Die einen malen für fast jedes Business das Bild eines Kundenerlebnisparks, die anderen beerdigen ein Geschäftsmodell nach dem anderen. Die digitale Fotografie habe Kodak auf dem Gewissen, der Internetanbieter Airbnb mache den Hotels den Garaus und der lokale Taxibetreiber werde nach dem Start von Uber bald zu seiner letzten Fahrt aufbrechen.
Tatsächlich sind aber nicht die „digitale Technik“ oder gar „das Internet“ Schuld daran, dass einige Unternehmen im Markt nicht mehr bestehen. Es ist vielmehr eine Management-Frage, ob Unternehmen die Chancen der Digitalisierung für sich nutzen.

Digitalisierung ist kein Modetrend

Ebenso „tödlich“, wie die Digitalisierung zu verschlafen, kann es sein, die Digitalisierung zum Selbstzweck mutieren zu lassen – nach dem Motto: „Digitalisierung? Da müssen wir auch mitmachen, egal wie.“ Die digitale Transformation muss immer von den Kunden aus gedacht werden. Was sind ihre Bedürfnisse? Wie können Kunden unkompliziert und bequem Dienstleistungen in Anspruch nehmen, Produkte ordern oder konsumieren? Welche digitalen Angebote erhöhen das Kundenerlebnis, welche laufen ins Leere? Digitalisierungsprozesse müssen den Kunden nutzen und nicht denjenigen, die sie implementieren. Digitalisierung ist an erster Stelle eine strategische Managemententscheidung und eine Frage der Unternehmenskultur und erst in der Folge eine technologische Herausforderung.
Eine Branche, die das aktuell besonders umtreibt, ist das Bankwesen. Denn hier können nicht nur wie bei produzierenden Unternehmen Herstellungsprozesse oder Vertriebswege digitalisiert werden. Auch der zentrale Gegenstand der Banken selbst wird digital: das Geld. Schon jetzt ist die Versorgung der Kunden mit Bargeld als rein logistische Aufgabe außerhalb der Banken organisiert. Alle anderen Zahlungsverkehre laufen digital ab, und schon übernehmen bankenunabhängige Neuentwicklungen – sogenannte FinTechs wie Paypal oder Google-Pay – beachtliche Marktanteile. Die Banken verlieren so ihre Kunden nicht, die Kundenbeziehung leidet aber darunter. FinTechs oder auch Payback-Systeme sammeln Kundendaten zwar zunächst produktbezogen, werten diese dann jedoch kundenbezogen aus. Möglichkeiten, die Banken (noch) verschenken.

Digitalisierung ist ein Prozess

Die Frage, wie digitale Prozesse ein Unternehmen, seine Mitarbeiter sowie seine Produkte oder Dienstleistungen besser machen können, geht einher mit der Entwicklung stets neuer Technologien. Können da kleinere oder mittlere Unternehmen überhaupt noch mithalten? Digitalisierung ist eigentlich keine Frage des Investitionsvolumens mehr. Die digitalen Möglichkeiten sind im Laufe der Jahre immer kostengünstiger und vielfältiger geworden. Unternehmen brauchen für ihre digitalen Projekte keinen fetten Etat, sie benötigen vielmehr einen Lotsen, der ihnen den Weg durch die unzähligen Angebote und Möglichkeiten weist. Und um herauszufinden, welche digitalen Lösungen passen, muss zuvor das Unternehmensmodell auf den Prüfstand.

Digitalisierung umfasst die komplette Wertschöpfungskette

Viele Unternehmen, die sich „digitalisieren“ wollen, schauen lediglich, welche bisher analogen Prozesse nun digital abgewickelt werden können. Das sei der falsche Ansatz, sagen Digitalisierungsexperten. Ein analoger Prozess, der nicht mehr kunden- oder marktgerecht ist, wird durch die Digitalisierung sicherlich nicht kunden- oder marktgerechter. Und übrigens: Eine Facebook-Seite einzurichten oder einen chic designten Webauftritt an den Start zu bringen, hat nichts mit Digitalisierung zu tun.
Unternehmen, die sich der Herausforderung der Digitalisierung stellen wollen, müssen sich völlig frei von ihren tradierten Denkmodellen machen. Sie müssen eine Vision entwickeln, wie sie mit ihren Produkten oder Dienstleistungen weiter im Markt bestehen können und welche Anforderungen ihre Kunden an sie stellen. Manager müssen sich fragen, welche neuen Angebote es zu entwickeln gilt und wie diese in digitalen Prozessen abgebildet werden können. Zudem müssen sie sich bewusst machen, dass die Digitalisierung die komplette Wertschöpfungskette vom Materialeinkauf über die Herstellung bis zum Vertrieb umfasst.

Digitalisierung mit Know-how
Eine der größten Herausforderung der Digitalisierung ist, dass sie eine extrem flexible Unternehmensorganisation und kurze Reaktionszeiten erfordert. Diese können Unternehmen nur erreichen, wenn sie die IT in den Mittelpunkt stellen und mit allen anderen Fachabteilungen verknüpfen. Darüber hinaus muss in vielen – vor allem mittelständischen Unternehmen – der interdisziplinäre Austausch im Rahmen von Projekten und Projektzyklen vorangetrieben werden. Durch Managementmethoden wie DevOps oder Scrum können so kleinere und mittlere Unternehmen Innovationskräfte entfalten, die in starren Strukturen verkümmern würden. Beratungsfirmen sprechen in diesem Zusammenhang häufig von einer Start-up-Kultur. Voraussetzung ist, dass die Geschäftsführung solchen Innovationsteams den Rücken stärkt und Mut beweist. Denn das Verlassen der bekannten Pfade birgt natürlich auch immer Risiken. Nur, was bleibt, wenn die bekannte Straße eine Sackgasse ist? Unternehmer können nur Erfolge haben, wenn sie auch etwas unternehmen. Eine Erfolgsgarantie gibt es selten.

Digitalisierung erfordert Controlling

Hat sich ein Unternehmen auf den Weg gemacht, sich der Digitalisierung zu stellen, stößt es einen kontinuierlichen Prozess an, der wahrscheinlich nie zu einem Abschluss kommen wird, sondern seinen einzigen Bestand im stetigen Wandel hat. Um zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Stellschrauben drehen zu können, bedarf die digitale Transformation einer kontinuierlichen Evaluation und Analyse. Technische Dienstleister können über das klassische Monitoring von Servern Daten zur Auslastung bestimmter Geschäftsbereiche liefern, mobile Erfassungsgeräte oder Apps liefern Daten über Kundenverhalten oder Mitarbeitereffektivität. In kurzen Zyklen müssen Unternehmen anhand dieser Daten die Wirkungszusammenhänge in Unternehmen analysieren und gegebenenfalls Prozesse anpassen.

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Digitalisierung braucht Know-how und Infrastruktur

Fast drei Viertel der mittelständischen Firmen in Deutschland schätzen die Digitalisierung als wichtig oder sehr wichtig für ihr Unternehmen ein. Zwei Hürden stellen sich ihnen aber aktuell noch in den Weg. Der bestehenden Infrastruktur in Deutschland mangelt es erheblich an Breitbandkapazitäten. Während wir hierzulande bei Backbones und Rechenzentren gut aufgestellt sind, bleibt die Übertragungsgeschwindigkeit immer noch an vielen Orten auf der letzten Meile auf der Strecke. Um noch mehr Geschäftsprozesse kundenfreundlich über das Internet abwickeln zu können, wünschen sich Pioniere von Industrie 4.0 und Digitalisierung bessere Rahmenbedingungen. Ein Hoffnungsschimmer ist da der Ausbau der Mobilfunktechnologie. Mit der 5G-Mobilfunktechik verspricht man sich eine viel höhere Datenrate als sie heutige LTE-Netze bieten. Weiterer Hemmschuh auf dem Weg zur Digitalisierung ist der extreme Fachkräftemangel. Neue Geschäftsmodelle verlangen nach völlig neuen Berufsbildern. Es werden zunehmend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigt, die an der Schnittstelle zwischen Informationstechnologie und Fachabteilung agieren – zum Beispiel Wirtschaftsinformatiker, Mobile Application Developer oder Wissensmanager. Auch bei „klassischen Berufen“ rückt die Digitalkompetenz immer mehr in den Fokus. Laut Branchenverband bitkom gehen neun von zehn Unternehmen davon aus, dass in Zukunft die Digitalkompetenz der Beschäftigten genauso wichtig wird wie fachliche oder soziale Kompetenz. Ein Bedarf, der aktuell kaum zu erfüllen ist.

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