Deutschlands größte Digitalkonferenz wird zehn

re:publica 10 in BerlinAnlässlich der re:publica vom 2. bis 4. Mai in der STATION Berlin diskutierten Branchenexperten drei Tage lang über die Chancen und Risiken der digitalen Welt.

2016 war für die Macher der re:publica ein ganz besonderes Jahr: der Event feierte seinen zehnten Geburtstag.
Entsprechend einladend lautete das Motto für die Jubiläumsausgabe: TEN ist NET.

Die re:publica zählt zu den weltweit wichtigsten Veranstaltungen zu den Themen der digitalen Gesellschaft. So bringt es auch Johnny Haeusler, einer der Gründer der re:publica, auf den Punkt: „Das Internet ist ein Lebensraum den es zu verteidigen gilt. Post love not hate!“

Die vier Gründer der re:publica

Nahmen an der ersten re:publica noch 700 Besucher teil, ist die Veranstaltung heute auf 8.000 Teilnehmer angewachsen. Diesmal füllten darüber hinaus 770 internationale SpeakerInnen aus 60 Ländern mit 500 Stunden das abwechslungsreiche Programm. Auf 17 Bühnen gaben sich Branchenküken genauso wie die alten Hasen ein Stelldichein – der jüngste Sprecher war elf, der erfahrenste 73 Jahre jung.

Topthemen und Höhepunkte

Es gab viele spannende Vorträge auf der re:publica, die man sich auch auf YouTube in voller Länge anschauen kann.

Von der riesigen Auswahl – mehr als 100 Vorträge – sind mir folgende drei Topthemen besonders im Gedächtnis geblieben:

Richard Sennet: The City as an Open System

Richard Sennet, Professor der London School of Economics im Ruhestand, präsentierte seine Thesen zur Notwendigkeit, die Stadt als offenes System (im Sinne von Linux) zu verstehen, damit die Kreativität und Prosperität nicht verlorengehen.

Kate Crawford: Know your Terrorist Credit Score

Kate Crawford, MIT-Lehrende in den Diensten von Microsoft, legte dar wie Schwächen im Design von Algorithmen mittels Big Data, die fälschlich als AI bezeichnet werden, ein falsches und tendenziell diskriminierendes Datenabbild des Nutzer im Netz zeichnen.
Ihre provokante Frage nach dem persönlichen „Terrorist Credit Score“ mündet in der begründeten Forderung nach der Einführung einer Ethik für Daten, damit Menschen nicht zu Datensubjekten verkommen. Zum Thema der Beeinflussung und Manipulation von Nutzern hat sie dem Spiegel auch ein Interview gegeben.

Schröder und Rieger: Ad-Wars

Warum wir künftig Werbeblocker benutzen sollten, legten Thorsten Schröder und Frank Rieger in ihrer Keynote zu AdWars dar.
Kurz zusammengefasst: Malwaretising ist der Name für trojanische Werbung, die auf Social Engineering basiert und die (bekannte) Browser-Schwachstellen angreift. Erpressungstrojaner sind nun der Quantensprung im Malware-Business, das sich aktuell von B2B auf B2C transformiert, so dass letztendlich jeder von uns getroffen werden kann. Es gibt sogar mittlerweile halbautomatische Frameworks für professionelle Exploiter.

Eine Livedemo zeigte wie mittels eines infizierten AdServers beim Klick auf ein Werbebanner Schadcode ausgeführt wird. Dieser bestand nur darin, dass die Taschenrechner-App auf dem betroffenen Rechner geöffnet wurde.
Die Keynote mündete in der Erkenntnis: So wie du in der Vergangenheit gelernt hast nicht auf E-Mailanhänge zu klicken, installiere dir einen Ad-Blocker als Schutz vor Malwaretising!

Virtual Reality ist nicht aufzuhalten

Ein weiteres Trending Topic, das in vielerlei Performances Ausdruck fand, war das Thema „Virtuelle Realität“.

Spätestens seit Mark Zuckerbergs Auftritt auf dem Mobile World Congress im Februar wissen wir: „VR ist die nächste Plattform“. Und tatsächlich: Die Technologie ist inzwischen marktreif und längst nicht mehr nur in der Entertainment-Branche beheimatet.

Fazit

Virtual Reality Big CardboxJohnny Haeusler nennt die re:publica auch liebevoll „das Klassentreffen“. 2016 gab es zwar einen Besucherrekord, dennoch erinnert die Veranstaltung trotz Massenauflauf immer noch an ein Klassentreffen der alternativen Digitalbranche. Nach wie vor spürt man den Charme der früheren Jahre als nur wenig Hunderte Teilnehmer den Weg nach Berlin fanden.

Auch ich habe abseits des offiziellen Programms viele alte Bekannte wieder getroffen und mich mit ihnen über aktuelle und zukünftige Trends in der digitalen Gesellschaft ausgetauscht.

Im kommenden Jahr bin ich auf jeden Fall wieder dabei: 2017 findet die re:publica in der Woche vom 8. bis 14 Mai statt. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Eventseite: re-publica.de.

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