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Adacor - New Work

So gewinnen Unternehmen Bewerberinnen für die IT

Die IT braucht mehr weibliche Fachkräfte. Wir haben Tipps und Best-Practice-Beispiele zusammengestellt, wie man sie gewinnt.

Technikverliebte Nerds, die bei Cola und Pizza komplexe Softwareprogramme austüfteln, gehören zum Steinzeitalter der IT. Heute ist in den meisten Unternehmen wie auch bei Adacor ein anderer Typ gefragt: Kommunikative Menschen, denen Teamwork wichtig ist und die neugierig auf Veränderungen sind. Denn agile Arbeitsweisen wie Kanban und Scrum verändern unsere Anforderungen und damit die Berufsbilder in der IT.

Kommunikations- und Teamfähigkeit sind nur zwei Eigenschaften, die man Frauen in besonderem Maße zuschreibt und die IT-Fachkräfte heutzutage mitbringen müssen. Wer über die Fähigkeit verfügt lösungsorientiert und kreativ Herausforderungen anzugehen, offen für neue Ansätze ist und die Bedürfnisse seines Teams erkennt, hat in der IT gute Karten. Frauen haben also beste Aussichten in der Branche. Der Anteil der weiblichen Beschäftigten in der IT steigt langsam an, da sich Frauen stärker als vor ein paar Jahren für Themen wie Cloud, Hosting und Digitalisierung interessieren. Allerdings sind es immer noch viel zu wenige.

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Frauen in der Unterzahl

Bei den Bewerbern und Beschäftigten im IT-Bereich sind die Frauen deutlich in der Unterzahl: Laut einer Befragung des Digitalverbands Bitkom sind nur 15 Prozent der Bewerber auf eine IT-Stelle und nur 17 Prozent der IT-Spezialisten Frauen. Beim Studium sieht es noch düsterer aus: Hier sank im Jahr 2017 die Quote der Frauen im Informatik-Erststudium leicht auf 28,9 Prozent. Und nur 19 Prozent der Absolventen waren weiblich.

Auch bei Adacor sind die meisten IT-Spezialisten Männer. Dennoch beschäftigen wir mehr Frauen in der IT als im Bundesdurchschnitt. Zum 1. August 2019 konnten wir sogar eine weitere Auszubildende für die Softwareentwicklung gewinnen. Eine Seltenheit, denn nach Angaben von statista sind aktuell nur 9 Prozent der Auszubildenden in IT-Berufen Frauen.

Unternehmen müssen handeln

In der agilen Arbeitswelt der IT-Branche steigt der Bedarf an weiblichen Fachkräften. Agile Methoden wirken sich entscheidend auf die Führungskultur aus. Scrum, Kanban und Co. erfordern eine unterstützende Führung damit Teams autonom arbeiten können. Wir praktizieren aktiv das Konzept des Servant Leadership: Das heißt unsere Führungskräfte dienen dadurch (von Englisch „to serve“), dass sie die Mitarbeitenden anerkennen und sie beim Entfalten und Wahrnehmen ihrer Aufgaben unterstützen. Ein Team zu befähigen sein Bestes zu geben, steht hier an erster Stelle. Manager brauchen dafür eine große Portion Empathie. Hinzu kommt die schon länger bekannte Tatsache, dass gemischte Teams erfolgreicher arbeiten. Unternehmen sollten also jetzt handeln, um mehr Mitarbeiterinnen zu gewinnen.


Dabei stellen sich folgende Fragen:
1. Wissen Frauen überhaupt, wie spannend die IT ist und welche großen Chancen sie auf dem Arbeitsmarkt als IT-Fachkraft haben?
2. Wo finden Unternehmen IT-begeisterte Frauen?

Die besten Praxisbeispiele und Tipps, wie mittelständische IT-Unternehmen Bewerberinnen erreichen

So sprechen wir bei Adacor Bewerberinnen an

Wir haben uns überlegt, was für Frauen und auch für Mütter funktionieren muss, damit sie sich für einen ausgeschriebenen IT-Job bei uns bewerben. Für diese Zielgruppe haben wir spezielle Benefits entwickelt: Dazu zählen Angebote wie die Bezuschussung von Kinderbetreuungskosten, Sonderurlaub nach der Geburt und flexibler Wiedereinstieg nach der Elternzeit. Flexible Arbeitszeitmodelle und individuelle Karriereprogramme sind zum Beispiel Bestandteile unserer familienfreundlichen Unternehmenskultur.

Bei der Kommunikation mit unseren Bewerbern legen wir großen Wert auf eine genderneutrale Sprache. Gendern und Gleichstellung gehen Hand in Hand, denn Sprache beeinflusst unser Denken und Handeln. In unseren Stellenanzeigen wählen wir außerdem gezielt Schlagworte, die Frauen ansprechen. Adjektive wie durchsetzungsstark, offensiv oder analytisch sprechen eher Männer an. Frauen reagieren auf Begriffe wie engagiert, verantwortungsvoll oder gewissenhaft. Männer bewerben sich meist auch auf Stellen, bei denen sie vielleicht nur 70 Prozent der ausgeschriebenen Anforderungen erfüllen. Nicht so „Frau“: Sie nimmt sich selbst eher als nicht ausreichend qualifiziert wahr und bewirbt sich nicht.

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Was können Sie tun, um Bewerberinnen noch besser zu erreichen

  1. Aktive Kandidatinnen-Ansprache an Uni & Co.
    Frauen mit dem richtigen IT-Know-how für die Besetzung von Stellen als Systemadministratorin, Engineer oder Softwareentwicklerin sind in Universitäten und Fachhochschulen zu finden. Große Unternehmen und Konzerne rekrutieren schon lange Absolventinnen renommierter Hochschulen wie der Technischen Universität (TU) München, der RWTH Aachen oder der TU Darmstadt. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) wie Adacor werden an diesen Hochschulen kaum fündig. Für sie empfiehlt es sich, den Fokus auf lokale Hochschulen zu legen. Kleineren Einrichtungen wie die Universität Paderborn oder die Fachhochschule Dortmund bieten spezielle, technikorientierte Programme oder Rahmenveranstaltungen, die besonders für Frauen attraktiv sind. Außerhalb der Bestenlisten lohnt sich also auch die Recherche an Hochschulen mit einer hohen Frauenquote im Studiengang Informatik. Um einen Fuß in die Tür zu bekommen ist es eine gute Möglichkeit Werkstudentenjobs anzubieten oder Forschungsprojekte mit den Universitäten zu machen.
  2. Netzwerke knüpfen
    Netzwerke sind für das Recruiting Gold wert. Zum einen können Unternehmen in bestehenden Communities mit Bewerberinnen in Kontakt treten: Dazu zählen Meetups, technische (IT)-Gruppen (z. B. via Xing oder LinkedIN) oder speziell auf Frauen ausgerichtete Gruppen wie das Women IT Network oder Geekettes. Damit verbundene Netzwerktreffen bieten interessierten Frauen die Möglichkeit, aus erster Hand mehr über ein Unternehmen zu erfahren. Nicht selten kommt so eine Jobanbahnung zustande, die zur Einstellung neuer IT-Mitarbeiterinnen führt. Einmal im Unternehmen beschäftigt, können Frauen in den Netzwerken ihre Ideen mit Gleichgesinnten teilen und sich neue Anreize für den Job holen. Für Unternehmen, die sich nicht auf eine bestehende Plattform beschränken wollen, gibt es einen weiteren Weg: Selbst ein Frauennetzwerk gründen. Ein erfolgreiches Beispiel für ein eigenes Netz ist das Women Entrepreneur Network der Firma Dell. Eine weitere gute Möglichkeit, das Unternehmen und seine Kultur bei der Zielgruppe zu positionieren, ist Host für eine relevante Meet-up-Gruppe zu werden.
  3. Kontakte zu Organisationen und Verbänden aufbauen
    Auch Kontakte zu Organisationen wie Industrie- und Handelskammern oder Verbänden sind hilfreich, wenn es um die Ansprache von Frauen für IT-Berufe geht. So haben wir bei Adacor zum Beispiel kürzlich einen Vortrag bei der Veranstaltung der IHK Offenbach „New Work – die Zukunft der Arbeit“ gehalten. Der Bitkom e. V. oder der Bundesverband IT-Mittelstand bieten Fachgruppen und Veranstaltungen an, um Frauen in der IT zu thematisieren und mit potenziellen Bewerberinnen in Kontakt zu kommen. Außerdem können die Mitgliedsunternehmen meist auf zahlreiche Daten und Ergebnisse aus Untersuchungen zurückgreifen. Sie können als Basis dienen, um Frauen zielgerichtet für einen IT-Job anzusprechen. Das Thema liegt im Trend und ist deshalb auch auf Fachmessen und -kongressen im Tech-Umfeld zu finden. Unternehmen, die ihre (IT)-Frauen zu solchen Events entsenden, bietet sich eine weitere Möglichkeit mit potenziellen Bewerberinnen in Kontakt zu kommen.

Ausblick: Die Zukunft der IT ist weiblicher

Noch sind Frauen im IT-Studium und als Bewerberinnen oder bereits beschäftigte IT-Fachkräfte in der Unterzahl. Doch sie bringen die richtigen Qualifikationen mit, um in der modernen, agilen Arbeitswelt der Branche erfolgreich zu sein: Dazu zählen – neben fachlichen Kompetenzen – vor allem Team- und Kommunikationsfähigkeit sowie Empathie. Zudem arbeiten gemischte Teams erfolgreicher. IT-Unternehmen können es sich deshalb nicht mehr leisten, im Durchschnitt nur rund 17 Prozent weibliche Fachkräfte zu beschäftigen. Sie müssen handeln und aktiv Bewerberinnen ansprechen: Dafür gibt es zahlreiche Möglichkeiten wie spezielle Benefits, die passende Formulierung von Stellenanzeigen, die Ansprache von Studierenden oder Aktivitäten in Netzwerken.

Unternehmen realisieren allmählich, welche Chancen sie ohne weibliche IT-Kräfte verpassen. Die Branche löst sich immer mehr von ihren alten Strukturen und Ausrichtungen. Es ist Zeit für Frauen, hier ihren Platz zu finden. Dazu sollten sie mutiger werden, auf ihre Leadership-Qualitäten vertrauen und auch mal mit 80 Prozent zufrieden sein. Die Ellenbogenmentalität hat genauso wie der Perfektionismus ausgedient. Heute und künftig führen diejenigen erfolgreich ein Team, die sich in der agilen Arbeitswelt wohlfühlen. Und Frauen sind dafür bestens qualifiziert.

Auf einen Blick: So gewinnen Sie mehr Frauen für Ihr IT-Team

  • Bauen Sie eine familienfreundliche Unternehmenskultur und bieten Sie spezielle Benefits an
  • Achten Sie auf die passende Sprache: Genderneutral sowie ansprechende Adjektive in Stellenanzeigen
  • Recherchieren Sie in Frage kommende Hochschulen und sprechen Sie dort potenzielle Kandidatinnen an
  • Nehmen Sie an Aktivitäten in Communities teil oder gründen Sie ein eigenes Frauennetzwerk
  • Arbeiten Sie mit Organisationen und Verbänden zusammen
  • Präsentieren Sie Ihr Unternehmen auf Fachmessen

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