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Ein Beitrag von Adacor

Steht der Domainbranche ein Umbruch durch neue Top-Level-Domains bevor?

Eingeführt wurden  neue Top Level Domains vor allem, weil es mit den klassischen Domainendungen immer schwieriger wurde, Internetadressen zu finden, die kurz, prägnant und bezahlbar waren. Die nTLDs sollten da Abhilfe schaffen. Und seitdem Endungen wie .bank oder .auto auf dem Markt sind, fragt sich die Domain-Branche: Wie werden sie angenommen?

In den vergangenen Jahren hat sich die DomainBranche weltweit massiv verändert. Bis 2014 gab es lediglich 200 länderspezifische TLDs (zum Beispiel .de, .at oder .fr) sowie 15 generische Domain-Endungen (gTLDs) wie .com oder .net. Durch die Einführung der neuen Top Level Domains (nTLDs) kamen innerhalb von zwei Jahren mehr als 1.000 Domain-Endungen hinzu – darunter unter anderem ortsspezifische Endungen wie .hamburg, .berlin oder .bayern sowie branchenspezifische wie .energy oder .auto. Die Internet Corporation for Assigned Names and  Numbers (ICANN) regelt die Domain-Vergabe. Vor dem Hintergrund des immer knapper werdenden Domain-Marktes lockerte sie schließlich die Regeln für Domains mit dem Ziel, weiterhin attraktive, kurze und prägnante Internetadressen zu bezahlbaren Preisen zu ermöglichen. Branchen-Insider vertraten anfangs unterschiedliche Ansichten, ob die neuen Endungen wirklich genutzt werden würden: Die einen waren der Überzeugung, dass die nTLDs nicht ausreichend Aufmerksamkeit gewinnen und Vertrauen genießen würden. Die anderen vertraten eher die Meinung, sie böten zahlreiche Vorteile und würden deshalb sehr gut angenommen werden. Einige Anbieter klassischer Domains sahen ihr Geschäft bedroht, indem die neuen die bestehenden Domain-Endungen verdrängen könnten.

TLDs weiterhin beliebter als nTLDs

Heute lässt sich sagen: Die nTLDs bilden einen vergleichsweise kleinen Teil des gesamten Domain-Angebots – auch im Portfolio von Adacor. Und es gibt keine Anzeichen, dass sie die klassischen TLDs ablösen. Im Gegenteil: Sie befinden sich in einem Abwärtstrend. Waren am ersten Februar dieses Jahres insgesamt 23.128.607 Domains mit neuer Endung registriert, sank die Zahl laut Branchenstatistik innerhalb eines Monats um 630.000 Domains. Vor allem die drei größten neuen Domain-Endungen .xyz, .top und .loan verzeichnen in letzter Zeit massive Rückgänge. Im Gegensatz dazu entwickelt sich .de stabil, und vor allem .com wächst, allein im Januar betrug das Wachstum fast 700.000 Domains. Tobias Sattler, CIO der united-domains AG, sieht in dem kurzen Zeitraum, in dem über 1.000 nTLDs in rascher Reihenfolge eingeführt wurden, einen Grund für die bislang geringe Verbreitung der nTLDs. Wie Recherchen der Handelsplattform Sedo ergaben, scheinen diese aktuell mehr für Startups interessant zu sein als für Konzerne. Die Ursachen sind vielseitig: So sind die nTLDs in vielen Marketingabteilungen weitgehend unbekannt oder werden kaum beachtet. Das mag an fehlenden Marketingaktionen der Registries liegen, ein anderer Grund könnten die zahlreichen Besonderheiten sein, die mit der Nutzung der nTLDs einhergehen.

Hohe Anforderungen und Restriktionen beim Registrieren von nTLDs

In der Regel genügen für das Registrieren von klassischen TLDs die Angaben zu Inhaber und Administrator mit Name, Adresse und E-Mail-Kontakt. Manche länderspezifischen TLDs erfordern zusätzlich den Nachweis eines lokalen Inhabers. Dafür genügt es in der Regel, in die offiziellen Registrierungsdaten eine Firma mit Sitz in dem entsprechenden Land einzutragen. Als Beleg dient ein Handelsregisterauszug. Wer eine neue Top Level Domain registrieren möchte, hat im Gegensatz dazu oft höhere Anforderungen zu erfüllen und zusätzliche Nachweise zu erbringen. Daraus ergibt sich ein höherer zeitlicher Aufwand für den Registrierungsprozess. Hier sind einige Beispiele für Anforderungen an einige nTLDs:

  • .bank: Generell dürfen nur berechtigte Mitglieder der Bankengemeinschaft die Domain registrieren und nutzen. Fehlgeschlagene Registrierungen und Verifizierungen sind kostenpflichtig. Das heißt, sobald ein Fehler beim Registrieren passiert, eine Registrierungsbedingung nicht erfüllt ist oder versehentlich falsche Angaben gemacht werden, fallen Kosten an. Restriktionen gibt es auch beim Verifizierungsprozess. Dieser muss über den Dienstleister Symantec erfolgen. Außerdem ist der Sicherheitsstandard der Name-Server mit DNSSEC vorgeschrieben.
  • .jobs: Wer die Domain registrieren möchte, muss den Nachweis erbringen, im Personalbereich tätig zu sein.
  • .barcelona: Wer die Domain registrieren möchte, muss einen sprachlichen, kulturellen, touristischen, kommerziellen oder anderweitigen Bezug nachweisen, der dazu dient, die Barcelona-Community zu fördern.
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Unübersichtliche Preisgestaltung:

Je kürzer der Domain-Name, desto teurer die Preisgestaltung der nTLDs unterscheidet sich von der der klassischen TLDs. So werden die neuen Domains meist in verschiedene Preisklassen (sogenannte „Tiers“) eingeordnet. Grundlage dafür ist ein Best-Practice-Marktmodell für besonders kurze und prägnante Begriffe. Dabei gilt die Faustregel: Je kürzer der Name, desto teurer die Domain. Dementsprechend gibt es bei den nTLDs ein Premium-Segment, dessen beliebteste Domain-Namen oft nur über Auktionen zu erwerben sind. Gleichzeitig kann jede nTLD-Registry die Preise beliebig erhöhen. Voraussetzung ist lediglich, dass dies sechs Monate vorher angekündigt wird. Uniregistry, eine der weltweit zehn größten nTLD-Registries, hat zuletzt im Herbst 2017 die Preise für zahlreiche ihrer nTLDs drastisch erhöht. Dabei handelt es sich zwar um den Großhandelspreis gegenüber Registraren. Hohe Einkaufspreise zwingen jedoch in der Regel die Registrare zu höheren Endpreisen gegenüber ihren Kunden.

Werden nTLDs vermehrt für Spam genutzt?

.com und .de haben einen eher guten Ruf und werden als seriöser wahrgenommen. Sie scheinen von einer allgemeinen Akzeptanz zu profitieren, die den neuen Domains bislang fehlt. Ein Grund ist möglicherweise die  Tatsache, dass nTLDs vermehrt für den Spam-Versand oder Botnet-Attacken genutzt werden. So ist der Anteil der Domains, die speziell zum Verbreiten von Schadsoftware – wie Viren oder Trojaner – genutzt werden, unter den neuen TLDs höher als unter den klassischen. Dabei kann der Aufruf einer Domain bereits eine Infizierung des eigenen Systems nach sich ziehen. Das führt im Umkehrschluss dazu, dass Firmen Vorbehalte gegen nTLDs haben: Sie befürchten, dass diese Domains nicht besucht werden. Das könnte ein Grund sein, warum vor allem große Konzerne kaum neue Domain-Endungen registrieren.

Geografische oder branchenbezogene TLDs sind für sie höchstens als Add-on interessant, sofern sie nicht zu teuer sind. Für Startups dagegen bieten die nTLDs oft eine gute Chance, attraktive Domain-Namen zu registrieren, die mit den klassischen Endungen wie .com und .de bereits vergeben sind.

nTLDs bei Adacor: Große Auswahl und komfortables Suchen und Buchen

Unternehmen, die ihre Domains von Adacor managen lassen, haben generell Zugang zu allen am Markt verfügbaren TLDs, einschließlich der nTLDs. Über das Kundenportal können zudem Domain-Namen schnell und bequem gesucht werden. In der Livesuche wird angezeigt, ob, und wenn ja, zu welchem Preis, die Domain verfügbar ist. Sie kann über den Bestell Button direkt geordert werden. Der Brand Monitoring Service ermöglicht darüber hinaus, zu beobachten, ob Dritte Registrierungen mit dem eigenen Markennamen anstreben. So können Unternehmen einem Missbrauch ihres Markennamens vorbeugen und verhindern, dass Traffic auf eine betrügerische Seite gelenkt wird. Darüber hinaus ist ein weiterer Service geplant:

Adacor behält neu erscheinende TLDs stets im Blick. Deshalb wird der Hosting-Dienstleister in seinem neuen Domain Management Newsletter den Kunden geeignete Domain-Endungen gezielt für verschiedene Branchen und Geschäftsmodelle vorstellen. Im Registrierungsverfahren übernimmt Adacor bei den nTLDs alles, was möglich ist: Das Hosting-Unternehmen stimmt zusätzliche Anforderungen ab, füllt Formulare und sendet sie zum Unterschreiben und Abstempeln an die Unternehmen, inklusive der Auszüge aus dem Handelsregister. Um Klauseln und Details brauchen sich Kunden nicht zu kümmern.

Fazit: Keine Erfolgsstory – oder doch?

Die seit 2014 veröffentlichten neuen Top Level Domains haben den Domain-Markt weltweit explodieren lassen. Allerdings haben sich weder die positiven noch die negativen Vorhersagen bislang erfüllt. Die nTLDs haben ihren Platz im Domain-Angebot, auch wenn dieser nur klein ist. Das zeigt sich auch im Portfolio von Adacor. Wie sich der nTLD-Markt zukünftig entwickeln wird, lässt sich schwer sagen. Für Adacor gehören die neuen Domain-Endungen weiterhin zum Portfolio und bieten durchaus gewinnbringendes Potenzial. Welches das ist, erfahren Kunden im Domain Management Newsletter. Wer an neuen Domain-Endungen interessiert ist, kann im Adacor Kundenportal Verfügbarkeit und Preise prüfen und die Domains auf Wunsch direkt bestellen.

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