Open Source basiertes Cloud Hosting im Höhenflug mit OpenStack

OpenStack gilt beim Cloud Computing primär als eine offene Alternative zu den Amazon Web Services (AWS) und erfreut sich steigender Beliebtheit.

OpenStack in CloudsZudem gibt es die These, dass auf OpenStack basierende Cloud-Lösungen, in Unternehmen den gleichen Höhenflug erleben werden, wie seinerzeit Linux auf der Betriebssystem Ebene.
Doch was genau verbirgt sich hinter OpenStack, der Open Source Software für Cloud Hosting?

Was OpenStack ist

Das OpenStack Projekt wurde 2010 von Rackspace Hosting und der NASA ins Leben gerufen, um Unternehmen und Organisationen zu unterstützen, selbständig Cloud Computing Dienste aufzubauen.
Das Ziel ist dabei, die verschiedenen für das Cloud Computing benötigten Komponenten (Speicher, Netzwerk, Prozessoren, usw.), modular über Standard-Hardware anzubieten, um damit eine offene Alternative zu den Amazon Web Services (AWS) zu haben.

OpenStack selbst ist nicht hardwareabhängig, so dass jede Umgebung den eigenen Vorstellungen entsprechend umgesetzt und aufgebaut werden kann.

Seit dem ersten Release mit dem Codenamen „Austin“ im Oktober 2010 gibt es jährlich zwei Major Releases. Jedes Release bringt neben Bugfixes und Security Updates auch neue Funktionen in OpenStack ein. In der aktuellen Version „Havana“ wurden die Tools Heat und Ceilometer vorgestellt, die zur Performancemessung und Orchestrierung der Cloud dienen. In der kommenden Version „Icehouse“ soll DbaaS (Database-as-a-Service) in einer Testversion zur Verfügung stehen.

2012 wurde die OpenStack Foundation gegründet. Sie kümmert sich mit ihren nahezu 10.000 Mitgliedern um die Planung, Weiterentwicklung und Koordination des Projektes. In ihren Gremien sitzen Vertreter der Mitgliedsfirmen und der Community um den weiteren Weg von OpenStack zu bestimmen. Insgesamt sprechen wir hier von Teilnehmern auch mehr als 100 Ländern und mehr als 850 Organisationen und Unternehmen.

Aktuell unterstützen über 200 Unternehmen wie AMD, Canonical, Dell, IBM, Red Hat oder VMware das Projekt. Mehr als 900 Entwickler arbeiten ständig an der Weiterentwicklung von OpenStack, um den halbjährlichen Releasezyklus einzuhalten.

Woraus OpenStack besteht

OpenStack stellt eine Reihe von Diensten und APIs zur Verfügung mit deren Hilfe die Cloudkomponenten miteinander kommunizieren. Ich erläutere die Grundstruktur an Hand der untenstehenden Grafik:

Grunstruktur OpenStack

Verwendung der Grafik unter der Lizenz CC-by-SA https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Hierbei tritt Keystone (Identity) als Authentifizierungsdienst auf, an dem sich die übrigen Komponenten anmelden und Berechtigungen überprüfen.

Nova (Compute) stellt die Computedienste zur Verfügung und steuert den Hypervisor der Virtualisierung.

Glance (Image) stellt Storage für Images und Snapshots zur Verfügung.

Zusätzlicher Blockstorage, der von VMs benötigt wird, kann über Cinder (Block Storage) angebunden werden. Und gemeinsam genutzter Object Storage wird den VMs über Swift (Object Storage) zur Verfügung gestellt.

Für die Kommunikation untereinander und dem Rest der Welt ist Neutron (Network) zuständig. Hier werden die IPs/Routen/Netzwerke der Cloud verwaltet.

Für die menschliche Verwaltung gibt es noch Horizon (Dashboard). Es stellt eine grafische Oberfläche zur Verfügung für die Verwaltung der VMs und ihre angeschlossenen Komponenten

Da OpenStack selbst sehr stark auf APIs setzt und sich als Alternative zu den AWS sieht, sind die APIs kompatibel zu denen von AWS . Deren APIs und Applikationen die einer dieser APIs bedienen können, sind meist mit wenigen Anpassungen auch in der Lage direkt mit der anderen sprechen zu können.

Wer benutzt OpenStack

Neben der NASA und Rackspace sind das Cern, Paypal und die Deutsche Telekom Unternehmen, die auf OpenStack setzen, um interne Clouds für ihre Mitarbeiter aufzusetzen oder um flexibel auf die Kundenanfragen zu reagieren.
Andere Firmen bieten auf OpenStack basierende Produkte an, mit denen sich Kunden eine eigene Cloud aufbauen können und sich so auch der mittelständische Unternehmen mit OpenStack eigene Cloudlösungen aufbauen können.

Vorteile von OpenStack

Durch die Verwendung von Standardhardware und durch die Hardware/Software Unabhängigkeit kann man mit Hilfe von OpenStack eine moderne und flexible Cloud erstellen. Der modulare Aufbau von OpenStack ermöglicht es flexibel auf neue Gegebenheiten zu reagieren und diese entsprechend der eigenen Anforderungen zu skalieren. Damit lassen sich Ressourcen an der Stelle erhöhen, wo sie gebraucht werden, um dem eigenen Bedarf gerecht zu werden.

Ausblick auf die weitere Entwicklung von OpenStack

Spannend wird vor allem der weitere Ausbau von OpenStack. Denn IaaS, das Bereitstellen von Applikationen und Diensten ist nur ein Teil von OpenStack.
Weitere Anwendungs- und Entwicklungsfelder sind LbaaS (loadbalancing-as-a-service), VPNaas (VPN-as-a-Service), FwaaS (firewall-as-a-Service) und zukünftig auch DBaaS (database-as-a-service) und HadoopaaS (hadoop-as-a-service).

Weiterführende Beiträge zu OpenStack

OpenStack statt Amazon Web Services

Cloud Management mit OpenStack

OpenStack Linux der Cloud

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