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Ein Beitrag von Adacor

NAS – eigene Cloud im privaten Umfeld nutzen

Bereits seit einigen Jahren geistert das spezielle Wort „Cloud“ durch alle Medien.

Einfache Cloud-Konstrukte erhalten immer häufiger Einzug ins private Umfeld. Immer mehr Nutzer wünschen sich ihre Daten sicherer als auf einem einzelnen Rechner zu lagern und sie im eigenen Haus überall via Netzwerk abrufen zu können, sei es zum Arbeiten oder Streamen von Audio- oder Videodateien.

Daher möchte ich im Folgenden etwas Licht ins Dunkel bringen und aus Sicht des privaten Anwenders einfach zu realisierende private Konstrukte über NAS-Laufwerke vorstellen.

Netzwerkfestplatten – die Private Cloud im eigenen Haus

Mit NAS Daten in der eigenen Cloud speichernEine gute Möglichkeit bieten hier NAS-Laufwerke. Dies sind sg. Network Attached Storage; also der englische Begriff für netzwerkgebundener Speicher, die am Router kabelgebunden oder über WLAN angeschlossen eine einfache Speichermöglichkeit für Bilder, Filme, Videos und alle anderen Dokumente und Dateien ermöglichen.

Sozusagen die abgeschlossene Private Cloud im eigenen Haus, auf die man von jedem autorisierten Rechner, Tablet oder Smartphone im Haus zugreifen kann. Einerseits ist eine solche Lösung sehr sicher, da ein gut gesichertes Netzwerk von außen relativ schwer zu knacken ist, andererseits hat man von außerhalb seines eigenen Netzes, also etwa auf Reisen oder am Arbeitsplatz keinerlei Zugriff auf seine eigenen Daten, da Privatnutzer i. d. R. Verträge mit täglich wechselnden dynamischen IP-Adressen haben (Stichwort: DSL-Zwangstrennung). Ohne bekannte IP-Adresse ist ein Zugriff von außen jedenfalls nicht möglich.

Kurzinfo zur DSL-Zwangstrennung

Da DSL-Verträge im Gegensatz zu Standleitungsgebühren i. d. R. sehr günstig sind, haben die Provider ein großes Interesse daran, dass diese nicht als Standleitungen (wenn auch mit sehr geringer Bandbreite) missbraucht werden. Aus diesem Grund führen sie alle 24 Stunden eine Zwangstrennung durch, wobei jeder Kunde eine neue dynamisch vergebene IP-Adresse erhält und somit dessen Netzwerkgeräte von außen nicht mehr unter der alten Adresse ansprechbar sind.

Dies ist aber eigentlich für die Privatanwender von Nutzen, da sie dadurch etwas aus der Schusslinie von Hackern kommen, die auch nur 24 Stunden Zeit haben ihre Rechner, Router oder Firewalls zu knacken, bevor diese nicht mehr unter selbiger Adresse zu erreichen sind. Von dieser Zwangstrennung bekommt der Anwender selten etwas mit, da viele DSL-Router, wie beispielsweise die Fritz!Box, eine automatische Trennung nachts durchführen.
Demzufolge kommt es tagsüber zu keinen unangenehmen Unterbrechungen, was vor allem bei VoIP, also Telefonie übers Internet, oder beim gestreamten TV-Genuss unangenehm wäre.

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Erreichbarkeit des NAS-Laufwerks herstellen

Daher bieten immer mehr NAS-Hersteller verschiedene Lösungen an, wie beispielsweise DDNS (Dynamic DNS), um die Erreichbarkeit des NAS-Laufwerks von außen zu gewährleisten. Hierbei ruft der Nutzer nicht sein NAS-Laufwerk direkt auf, sondern greift auf eine Adresse des Anbieters zu, die dann zum eigenen, häuslichen NAS weiterleitet.

Normalerweise funktioniert diese Methode in etwa so, dass das NAS-Laufwerk sich nach jedem IP-Adresswechsel bei einem entsprechenden Server des Anbieters anmeldet und seine aktuell gültige IP-Adresse übergibt. Auf diese leitet dann der Anbieter den Kunden um. Doch auch dieser Trick ist nur eine halbherzige Lösung, denn der Nutzer kann zwar nun von überall auf seine Daten zugreifen, jedoch mit der geringen Upload-Bandbreite. Anders als beim üblichen Download von zu Hause muss man hier nämlich mit der Bandbreite für den Upload rechnen, denn der Datenstrom muss nun vom hauseigenen NAS in Richtung Internet fließen.

Beim in Deutschland weit verbreiteten 16-Mbit-DSL-Vertrag hat man aber mit circa 1 Mbit/s weniger als ein Zehntel Bandbreite für den Upload zur Verfügung. Das führt bereits bei wenigen MB großen Dateien zu mehrminütigen Ladezeiten. Um diese langen Wartezeiten zu vermeiden, bieten die Anbieter von NAS-Laufwerken oft einen zusätzlichen Speicherplatz auf ihren Servern an. So kann man wichtige Dateien entweder direkt dort ablegen oder um Zeit zu sparen, diese zunächst in einem speziellen Bereich des eigenen NAS kopieren, von diesem dann automatisch im Hintergrund ein Abgleich mit dem Webspace stattfindet.

Mit viel Fantasie könnte man ein solches Konstrukt ansatzweise mit einer Hybrid Cloud vergleichen, da auch hier nur speziell vom Nutzer freigegeben Daten in den öffentlich zugänglichen Bereich übertragen werden und alle anderen Daten im sichereren Bereich des heimischen NAS verbleiben. Allerdings kommen alle diese Privatlösungen nicht für Unternehmen in Frage. Zum einen reicht die schlechte Bandbreite für den Upload kaum aus und man sollte auch nicht die niedrige Performance eines NAS-Laufwerks im Vergleich zu einem leistungsstarken Server vergessen. Insbesondere viele synchrone Zugriffe würden ein einfaches NAS schnell in die Knie zwingen.

Auf jeden Fall sollte man immer bedenken, dass auf fremde Server hochgeladene Daten immer den Sicherheitsbestimmungen des Dienstanbieters unterliegen. Dies gilt auch für eine andere beliebte Möglichkeit, die Daten gleich an einen Webanbieter wie z. B. Dropbox oder Apples iCloud zu schicken.

Auch wenn die Betreiber sich sehr viel Mühe geben die Daten so sicher wie möglich aufzubewahren, so ist der hohe Bekanntheitsgrad dieser Anbieter oft eine reizvolle Einladung an Hacker, diese zu knacken. Daher sollte man sich immer Gedanken machen, welche Dateien man in welche Cloud lädt und was man eigentlich alles von sich preisgibt, wenn man nur sein iPhone Backup in die iCloud sichert.

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