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Ein Beitrag von Adacor

Social Media am Arbeitsplatz Sicherheitslücke für Unternehmen?

Social-Media-Plattformen wie Facebook, Xing, Linkedin und Twitter haben längst den Arbeitsplatz erobert.

Der Übergang von privater und beruflicher Nutzung der sozialen Medien ist dabei unvermeidbar fließend. Damit die digitale Kommunikation kein Desaster für Unternehmen wird, sollten sich die IT und das Marketing mit einem fundiertem Sicherheits- und Kommunikationskonzept beschäftigen.

85 % DER INTERNETNUTZER IN DEUTSCHLAND SIND REGELMÄSSIG AUF SOCIAL-MEDIA-PLATTFORMEN AKTIV.

Sicherheit in der IT

Toleriert ein Unternehmen die private Nutzung von Facebook und Co am Arbeitsplatz, müssen die IT-Systeme abgesichert werden, damit die digitale Kommunikation nicht zu einem Sicherheitsrisiko wird. Die IT-Abteilung ist in Bezug auf die technische Absicherung besonders gefragt. Sie sollte über aktuelles Wissen um die Gefahren aus den Netzwerken verfügen und dem Unternehmen verschiedene Schutzmechanismen bieten. Damit sollten die Firmen in der Lage sein, auf unterschiedlichen Ebenen in die Nutzung der Social Networks einzuwirken, Sicherheitslücken zu erkennen und diese zu schließen.

Arbeitsplätze sinnvoll sichern

Die Arbeitsplatzrechner können durch Firewalls, Antivirensoftware und Intrusion-Prevention-Systeme, die sinnvoll aufeinander abgestimmt sind, gesichert werden. Eine gute Firewall ist Dreh- und Angelpunkt einer Absicherung des Firmennetzwerkes nach außen. Sie muss in der Lage sein, den gesamten Datenverkehr zu kontrollieren. Granulare Filter erlauben dem Administrator zu definieren, von welchen Usern welche Web-Anwendungen in welchem Umfang benutzt werden dürfen.

Neben der Firewall ist ein aktueller Antivirenscanner wichtig, gerade bei dem Gang in ein Social Network. Viren oder Würmer können so aufgespürt, blockiert und gegebenenfalls beseitigt werden. Außerdem kann der Virenschutz eingesetzt werden, um Links zu entlarven, die von einer sozialen Plattform zu Schadsoftware führen. Einen ergänzenden Sicherheitsaspekt können Content-Filter bieten, die Postings mit unerlaubter Wortwahl, Bildern oder Namen verhindern. Außerdem können sie das Hochladen und Downloaden bestimmter Dateitypen aus sozialen Netzen, z. B. Excel-Dateien oder Programmierskripte blockieren. Aufgrund des Vertraulichkeitscharakters der sozialen Netze werden diese vermehrt genutzt, um Nutzer auf Malware- oder Phishing-Seiten zu locken. Diese können mit Hilfe von URL-Filtern blockiert werden.

Sicherheit in der Kommunikation

Ebenso wichtig wie das Aufrüsten von Sicherheitssystemen ist die Schulung der Mitarbeiter in Bezug auf die Social-Media-Kanäle. Denn so kann ein Klick auf bösartige Links im Vorhinein verhindert werden. Von Vorteil sind Social Media Guidelines, in denen alle technischen Vorgaben und kommunikativen Vorsätze erläutert werden. Die größte Gefahr für die Unternehmen geht von schlecht informierten und damit unbedarften Mitarbeitern aus.

Sicherheit in der KommunikationAlexander Lapp, Mitglied des IT-Sicherheitsteams bei ADACOR Hosting: „Vielfach wird von Unternehmen unterschätzt, dass auch bei der privaten Social-Media-Nutzung in der Freizeit die Mitarbeiter als solche identifizierbar sind. Dies geschieht durch Einträge des Arbeitgebers im Profil, durch Äußerungen und Aktivitäten. Sprich: Das Verhalten der Mitarbeiter kann auf das Unternehmen ausstrahlen, positiv wie negativ.“

Gefährdung der Reputation und des Arbeitsplatzes

Im Zentrum des Kommunikationsknigges sollte daher klar definiert werden, welche Informationen über das Unternehmen wie und an welcher Stelle nach außen getragen werden dürfen. Nicht zuletzt kann ein Mitarbeiter durch eine falsche Äußerung an der falschen Stelle die Reputation eines Unternehmens und seinen Arbeitsplatz gefährden.

Der Grad zwischen freier Meinungsäußerung im vermeintlich Privaten und übler Nachrede ist dabei sehr schmal. Deutsche Gerichte haben sich in den letzten Jahren immer wieder mit strittigen Fällen beschäftigen müssen.

Das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg entschied zugunsten eines Arbeitnehmers, der im Internet seinem Unternehmen eine „verschärfte Ausbeutung“ vorwarf. Das Gericht befand die darauffolgende Kündigung für rechtswidrig. Das Urteil wurde mit dem Grundrecht der freien Meinungsäußerung begründet, die eine Verletzung der arbeitsvertraglichen Rücksichtnahmepflicht ausschloss.

Gegen den Arbeitnehmer entschied das Arbeitsgericht Frankfurt am Main in einem anderen Fall. Dieser titulierte die Firma als „Sklavenbetrieb“ und diverse Mitarbeiter als „Idioten“. Das Gericht sah die Äußerungen als herabsetzende Schmähkritik an und somit als strafbare üble Nachrede, die das Image des Unternehmens gefährdet.

Social Media als Marketinginstrument

Social Media Guidelines werden umso wichtiger, entscheidet sich das Unternehmen für eine aktive Präsentation im Social Web. Dies kann klassisch über die Schaltung von Werbeanzeigen in den Netzwerken geschehen oder über die Präsentation des Unternehmens und seiner Produkte auf eigenen Seiten z. B. bei Facebook. In den USA nutzen bereits über 80 % der größten 100 Werbetreibenden das soziale Netz für die Positionierung ihres Unternehmens.

Facebook bietet den Unternehmen eine Plattform, die sehr nah an der Zielgruppe ist. Daher nutzen auch immer mehr Unternehmen aus Deutschland das Social Media Marketing, indem sie über die Präsentation der Firma und der Produkte hinaus gehen und den User direkt ansprechen. So nutzte beispielsweise der Schokoladenhersteller Ritter Sport die Plattform, um zusammen mit den Usern auf Facebook und im Netz eine Rezeptur für eine sogenannte „Blogschokolade“ zu suchen und zu finden.

Durch Social Media Engagement Authentizität und Vertrauen erlangen

Anvisiertes Ziel des Social Media Marketings ist es aber nicht nur, die Reichweite auszudehnen, sondern ebenso ein hohes Maß an Vertrauen und Authentizität in der Onlinegemeinschaft zu erreichen. Dies geschieht durch die direkte Teilnahme von Mitarbeitern in den online Netzwerken, die die Außenwirkung des Unternehmens auf unterschiedlichen Kanälen beeinflussen. Denn die Aktivität auf den Social-Media-Seiten verlangt ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und durchaus eine gewisse Zeitinvestition von dem Unternehmen. Die intensive Begleitung und Ausbildung der Mitarbeiter steht daher an erster Stelle bei einem Gang des Unternehmens in die sozialen Netze.

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